MesteceniFinal - page 18-19

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Das Schaffen der Malerin Elisabeth Ochsenfeld ist die Verkörperung ihrer
Träume von Timisoara, der „Wunderstadt“ ihrer Kindheit, - von Parks und Blumen,
von den mit grünen Wäldern und Wiesen bedeckten Bergen, von prächtigen
Baumkronen, bebenden Birken, Sternenhimmel, dem großen Einklang mit der
Natur, die in ihr Leben als eine Welt der Farbe hineinging, unendlich veränderbar
und schön.
Das Weltbild von Elisabeth fasziniert. Sie lebt tief in der Natur, die den
symbolischen Ausdruck in ihrer Kunst findet.
Das Verhältnis zwischen Natur und Kultur, mit deren natürlichen und kulturellen
Faktoren, bildet in jeder Person seinen eigenen individuellen Charakter ab. Die
bildende Kunst stellt diese Verhältnisse dar; von besonderer Bedeutung ist das
Genre der Landschaftsmalerei, wo das ästhetische Potenzial der natürlichen
Umwelt entdeckt wird. Die Natur, dargestellt in Elisabeth Ochsenfelds Gemälden,
hat nichts zu tun mit dem gleichgültig reproduzierten Detail von einem Wald,
einem Feld oder einem Berg. In ihren Werken ist die Künstlerin immer selbst da
sowie ihre Gefühle, Gedanken, und die Beziehung zu dem Dargestellten.
In ihrem Lieblings-Genre –Landschaftsmalerei spiegeln sich die Besonderheiten
des symbolischen Bildes individuell ausgeprägt am deutlichsten wider. Es gibt
keinen bestimmten Standpunk, der Blick gleitet durch das Bild, und es entsteht
der Eindruck von Bewegung in der Zeit. Drei Serien stellen eine Einheit dar, bilden
eine Art von Fenster, durch das sich die Künstlerin die vielseitige und bunte Welt
ansieht. Durch dieses Fenster tritt die Welt auch in ihre Seele ein.
Unwillkürlich denkt man an die heilige Zahl „drei“, und die auf solche Weise
gesehene Welt bekommt eine neue Bedeutung, wir sehen das Universum in
einem Blick.
Es taucht hier eineweitere symbolischeParallele auf, und zwar zummittelalterlichen
Motiv des simultanen Fensters.
Bis in die Moderne spielt das Motiv des Fensters in den verschiedenen
Kunstformen, in der Malerei wie auch in der DarstellendenKunst, eine bedeutsame
Rolle. Das Fenster tritt bei den Symbolisten auch als „Spiegel der Seele“ auf.
DieseParallelensind indenArbeitenvonElisabethOchsenfeldnicht vordergründig,
sie bieten jedoch die Gelegenheit, die kreative Idee der Künstlerin besser zu
verstehen, in deren Werken Raum und Zeit als die Grundwerte des Daseins
synthetisch verknüpft sind.
In ihrer Landschaftsmalerei spielt die Farbe die Hauptrolle. Die Kunst nimmt die
Farbe auf eine besondere Weise wahr. Schon Goethe schrieb über die «sinnlich-
sittliche» Äußerung der Farbe.
DIANA BERESTOVSKAJA
DIE WELT DER FARBE
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